Naturschutz und Naturschutzprojekte
Die Förderung seltener Lebensräume und der Artenvielfalt im Allgemeinen haben eine hohe Priorität. Die Bürgergemeinde und das Forstrevier setzen sich dafür ein, dass der Wald möglichst vielfältige Lebensräume für unsere heimische Tier- und Pflanzenwelt bereithält.
Kommunales Naturschutzgebiet: Lachengrube
Die Bürgergemeinde Muttenz konnte, dank der grosszügigen Unterstützung von drei Stiftungen, ein 5-Jahresprojekt auf die Beine stellen, um die wichtigen Naturwerte durch gezielte Aufwertung zu erhalten und eine Reihe von Zielarten besonders zu fördern. Das Projekt läuft von 2021 bis 2025.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde auf diesem drei Hektar grossen Gebiet Kalkstein für den Hausbau gewonnen. Das heutige Relief ist noch stark vom damaligen Eingriff in die Landschaft geprägt. Die Fels-, Schutt- und Ruderalfluren sind besonders wertvolle Landschaften. Sie beherbergen Pflanzenarten magerer Wiesen, felsenbrütende Vögel, Ödlandschrecken und andere Insekten. Der Standort und die Naturwerte sind allerdings von Verbuschung und damit Verschattung bedroht. Schon heute machen sich Hasel und Robinie breit. Verschiedene Massnahmen sollen deshalb dazu beitragen, dass felsenbrütende Vögel weiterhin attraktive Bedingungen vorfinden, etwa, indem die Felswand freigehalten und Nisthilfen installiert werden. Weiter soll der Bestand der Geburtshelferkröte und weiterer Amphibien geschützt werden, indem das Laichgewässer erhalten und Asthaufen, Totholz und Wurzelstöcke zur Verfügung gestellt werden. Schliesslich sollen die Kalkschutthalden offen gehalten werden, damit sie weiterhin ein wertvoller Lebensraum für seltene Insekten und Pflanzen sind.
Kantonale Naturschutzgebiete
Das erste kantonale Naturschutzgebiet im Muttenzer Bann wurde bereits im Jahr 1993 eingerichtet. Heute sind es rund 70 Hektaren der Gesamtfläche, also fast zwanzig Prozent, welche bereits unter kantonalem Schutz stehen.
Dürrain
Das 2.27 Hektaren grosse Naturschutzgebiet soll insbesondere das Kerbtal mit dem natürlichen Bachverlauf erhalten, standortgemässe Waldgemeinschaften mit ihrer typischen Flora und Fauna schützen, sowie Alt- und Totholzbestände sichern. Das Gebiet wurde 1999 unter Schutz gestellt.
Fröschenegg
Das 1.28 Hektaren grosse Naturschutzgebiet schützt die standortgemässen Waldgemeinschaften mit ihrer typischen Flora und Fauna und erhaltet Alt- und Totholz bewohnende Tierarten. Das Gebiet wurde 1998 unter Schutz gestellt.
Rütihard-Rothallen
Das mit 32.98 Hektaren grösste Naturschutzgebiet will die Waldgemeinschaften schützen und insbesondere unerschlossene und ungenutzte Waldgebiete schützen. Damit sollen die störungsempfindlichen Tot- und Altholz bewohnenden Tierarten erhalten bleiben. Weiter sind die extensiv bewirtschafteten, strukturreichen und stufig aufgebauten und insbesondere die eichenreichen Waldbestände im Fokus. Weiter gilt das Augenmerk den naturnahen Bachläufen und Reliefformen sowie der Erhaltung des Rothallenweihers als Laichgewässer und als geologisches Naturobjekt. Das Gebiet wurde 1999 unter Schutz gestellt.
Sulzgrube
Das 6.3 Hektaren grosse Schutzgebiet soll die standortgemässen Waldgemeinschaften und insbesondere Trocken- und Pionierstandorte samt deren Tiergemeinschaften bewahren. Weiter soll der frühere Steinbruch, der Lebensraum seltener und geschützter Tier- und Pflanzenarten, wie Reptilien und Orchideen, erhalten bleiben. Schliesslich soll das Gebiet die Ausbreitung von bedrohten Arten von Magerwiesen und Pionierstandorten unterstützen. Das Gebiet wurde 1993 unter Schutz gestellt.
Wartenberg
Das 27.14 Hektaren grosse Schutzgebiet soll als unerschlossenes und ungenutztes Waldgebiet als Lebensraum für störungsempfindliche, sowie Alt- und Totholz bewohnenden Arten, erhalten bleiben. Gefördert werden lichte Wälder, die licht- und wärmeliebenden Tiere beherbergen, insbesondere Reptilien. Schliesslich sollen die Steinbrüche und geologischen Aufbrüche mit ihren charakteristischen Lebensgemeinschaften erhalten bleiben. Das Gebiet wurde 1999 unter Schutz gestellt.

