Kirschessigfliege
Die Kirschessigfliege, Drosophila suzukii oder kurz KEF, macht uns und vor allem den Obstbauern seit einigen Jahren das Leben schwer.
Die 2011 ursprünglich aus Asien eingeschleppte Kirschessigfliege vermehrt sich bis jetzt weitgehend unkontrollierbar und legt ihre Eier in diverse Früchte. Neben Kirschen werden auch Brombeeren, Himbeeren und Trauben befallen. Im Gegensatz zu der, aus der Küche bekannten, heimischen Essigfliege, welche ihre Eier nur in überreife oder verdorbene Früchte legen kann, verfügt die KEF über einen Schneideapparat und kann deshalb ihre Eier in reife Früchte legen. Zudem reicht eine warme Saison bereits aus, damit aus einer Kirschessigfliege bis zu 15 neue Generationen entstehen können. In südlichen Ländern wie Italien bereitet die Fliege bereits massive Probleme im Obstbau und sorgt für starke Ernteausfälle bis hin zum Totalverlust. Ihr grosser Schwachpunkt ist die Empfindlichkeit gegenüber kalten Temperaturen. Die Fliegen gehen bereits bei leichten Minusgraden ein. Eine direkte Bekämpfung der Kirschessigfliege, nachdem die Früchte befallen sind, ist nicht möglich. Der Grund dafür ist, dass die Früchte im reifen Zustand befallen werden und eine Spritzung kurz vor dem Verzehr der Früchte unverantwortlich wäre. Die Wirkstoffe des Spritzmittels hätten nämlich nicht genug Zeit, um abgebaut werden zu können. Die Bürgergemeinde Muttenz versucht deshalb mit Fallen, die in die Kirschbäume aufgehängt werden, das Erscheinen der KEF möglichst früh zu erkennen und zu dezimieren oder falls zeitlich noch möglich, die Bäume zu spritzen. Aber keine Angst, auch wenn die Fallen zum Teil mit vielen Insekten gefüllt sind, der süsse Duft des Lockstoffes ist auch für andere Fliegen anziehend. Hier finden Sie entsprechende Informationen zur Bestimmung der KEF.
Beim Ernten gilt folgendes: Vertrauen Sie auf Ihre Sinne - sehen, riechen, schmecken! Sieht das Obst gut aus, können Sie es ohne Bedenken verarbeiten und natürlich auch essen. Selbst ein Verzehr frisch befallener Früchte (Eiablage, gerade geschlüpfte Larven) ist unbedenklich! In diesem Stadium hat noch kein Verderb eingesetzt. Später erkennt man befallene Früchte daran, dass diese Verletzungen aufweisen, Saft abgeben und nach Essig riechen. Öffnet man sie, sind mit blossem Auge mehrere kleine Maden in dem zerfressenen Fruchtgewebe zu erkennen. Hier wird niemand auf die Idee kommen, diese verdorbenen Früchte zu verarbeiten oder zu essen, denn sie sind ungeniessbar.
Wichtig:
- Früchte sofort beim Einsetzen der Reife ernten.
- Den Baum idealerweise alle 2-3 Tage kontrollieren und abernten.
- Früchte sofort kühlen (bringt Entwicklung evtl. vorhandener Eier zum Stillstand) oder
- Früchte sofort verarbeiten (Erhitzen oder Alkohol tötet ab).
- Um eine Verbreitung der KEF zu verhindern, sollten alle Früchte abgeerntet werden.
Aber nicht nur die KEF liebt reife Kirschen, auch Krähen und Stare fliegen wortwörtlich auf die Früchte. Deshalb gilt: nicht warten bis die Kirschen des ganzen Baumes reif sind, sondern während der Erntezeit mehrmals pro Woche den Reifegrad kontrollieren und reife und knapp reife Kirschen ernten.
